EU_DSGVO

Sicher haben Sie mit routiniertem Blick sofort erkannt, was sich hinter dieser geschmeidigen Abkürzung verbirgt: EU-DSGVO. Seit dem 25. Mai 2018 sorgt sie europaweit für Unruhe und verbreitet Un­sicherheit, Angst und Schrecken bei Ämtern und Behörden, Großunternehmen und Kleinbetrieben, Vereinen, Körperschaften und Pastoren. Also bei allen, die in irgendeiner Weise mit persönlichen Daten anderer Leute zu tun haben.

Die Rede ist von der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union, kurz: EU-DSGVO. Diese Verordnung verpflichtet jeden, persönliche Daten nur mit schriftlicher Zustimmung zu speichern, zu verarbeiten, zu veröffentlichen oder weiterzuleiten.

Keine Frage, der Schutz unserer persönlichen Daten ist eine begrüßens- und unterstützenswerte Idee, jedenfalls theoretisch. In der Praxis erweist sie sich als extrem herausfordernd. Um die EU-DSGVO auch nur in Grundzügen zu verstehen, muss man gefühlt eine Million Schriftseiten (in komplexem Juristendeutsch abgefasst) lesen, kognitiv verarbeiten und die sich daraus ergebenden Forderungen präzise umsetzen. Die Tatsache, dass eine selbst aus Unkenntnis begangene Missachtung empfindliche Folgen (in Form von Geldbußen bzw. Haftstrafen) nach sich ziehen kann, entspannt die Situation keineswegs. Im Grunde steht jeder, der Daten verarbeitet, ständig mit mindestens einem Bein im Gefängnis.

Angesichts dieser nicht sehr rosigen Aussicht bin ich ausgesprochen dankbar, dass es in unserer Gemeinde neuerdings einen „Beauftragten für Datenschutz“ gibt. Stephan Ricken ist für diese Aufgabe geradezu prädestiniert. Seine Beru­fung bedeutet für einen in dieser Materie völlig ahnungslosen Gemeinde­pas­tor wie mich eine geradezu wunderbare Entlastung. Denn auch die Verwaltung unserer überschaubaren Ge­meindeliste fällt unter die EU-DSGVO. Doch Sie können sicher sein, dass Ihre persönlichen Daten ausschließlich in der nach EU-DSGVO zulässigen Weise behandelt werden. Das sollte bei Ihnen jetzt ein beruhigendes und dankbares Gefühl auslösen.

Allerdings gibt es im Bereich der Gemeinde eine weitere Datenliste, die sich ebenso hartnäckig wie erfolgreich jedweder Kontrolle durch die EU-DSGVO entzieht. Sie ist ungleich älter als die EU-DSGVO und ungleich länger als unsere Gemeindemitgliederliste. Die darin gespeicherten Daten stellen alles in den Schatten, was facebook jemals über uns gesammelt hat. Mark Zuckerberg würde vor Neid erblassen, könnte er auch nur einen Blick darauf werfen. Nicht nur Namen, Geburts- und Hochzeitsdaten, Anschrift und Telefonnummer, Lebenslauf und Konfektionsgröße, politische Gesinnung und berufliche Karriere sind darin gespeichert. Diese Liste enthält unser gesamtes Leben – vom ersten Atemzug bis zum letzten Schnaufer. Diese Liste ist einmalig und unbezahlbar. Sie führt nicht nur Buch über unser Leben, sie führt zum Leben!

Falls Sie unsicher sind, von welcher Liste ich rede, lesen Sie doch mal Lukas 10,20b. Gerne auch Offenbarung 3,5.

Und? Stehen Sie schon in dieser Liste? Dann gratuliere ich Ihnen! Falls nicht, lade ich Sie ein: Vertrauen Sie Ihr Leben Gott an. Er hat Sie gewollt und erschaffen. Gott hat sich gefreut, als Sie geboren wurden, und er freut sich jetzt über Sie. Er kennt Sie durch und durch, er liebt Sie mehr als Sie es sich vorstellen können. Und er wartet auf Sie. Er will eine Beziehung mit Ihnen leben, Sie durchs Leben begleiten und Freud und Leid mit Ihnen teilen. Außerdem möchte er Ihrem Leben Sinn und Hoffnung geben und ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Kurz: Gott möchte Ihnen das ewige Leben schenken, für das Sie geschaffen sind. Wenn Sie dazu „Ja“ sagen, steht auch Ihr Name in der Liste.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr
Roland Hölzl, Pastor

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