fjord

Ich bin dann mal weg …

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Zeilen lesen, befinde ich mich bereits mitten in meinem Sabbatical. Es dauert vom 10. Mai bis 31. Juli. In dieser Zeit möchte ich Abstand zu meinem Alltag gewinnen, zur Ruhe kommen, keine E-Mails beantworten, keine Ter­mine einhalten, keine Auf­gaben  er­le­digen. Ich möchte das ge­wohnte Leben hinter mir lassen, abschalten und auftanken, um danach neu motiviert dort weiter zu machen, wo ich aufgehört habe.

Ein Highlight wird meine Reise durch Norwegen sein. Sechs Wochen werde ich im Wohnmobil die Westküste mit ihren Fjorden bereisen und die Nationalparks im Landesinneren erkunden. Ich werde die Natur bestaunen, Weite erleben, Ruhe genießen, Einsamkeit erfahren und dem Leben nachspüren.

Ich reise übrigens nicht allein. Frodo begleitet mich, ein schwarzer Flat-Coated Retrie­ver, der seit sechs Jahren zu meinem Leben gehört. Wir lieben es beide, bei Wind und Wetter durch die Natur zu streifen und Neues zu entdecken. Und davon gibt es in Norwegen reichlich … 

Hund_Roland
Wohnmobil

Am 14. Juni werde ich an irgendeinem stillen Ort meinen 60. Geburtstag feiern. Ich bin gespannt auf diesen Tag. Nicht, weil ich denke, dass er mein Leben verändern wird, aber ein runder Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, das bisherige Leben Revue passieren zu lassen. Schließlich ist eine Menge passiert in diesen sechs Jahrzehnten – Schönes und Schweres, Erfreuliches und Trauriges, Ermutigendes und Ernüchterndes. Vieles verdrängen wir im Alltag, doch im Herzen lebt es weiter und wenn wir ihm Raum geben, taucht es wieder auf.

Was mich am meisten bewegt, beeindruckt und verändert hat, ist die Begegnung mit dem lebendigen Gott. 25 Jahre hat es gedauert, bis er mich fand. Seitdem hat sich vieles verändert. Die drängende Frage: „Wozu lebe ich?“ war plötzlich beantwortet: „Weil Gott mich geschaffen hat, mich liebt und ich wertvoll bin in seinen Augen.“ (Jes. 43,4). Diese Zusage hat mich damals überwältigt und trägt mich noch heute. Sie gründet in Gottes unverbrüchlicher Treue, unabhängig da­von, ob ich stark oder schwach bin. Ich bin geliebt, bedingungslos! Dafür bin ich unendlich dankbar.

Mit 32 Jahren rief Gott mich in den vollzeitlichen Dienst. Obwohl ich andere für begabter hielt, gab ich meinen Beruf auf und studierte Theologie. Dass Gott sich bis heute zu mir und seiner Berufung stellt, gehört zu den kostbarsten Erfahrungen meines Glaubens. Während meines Studiums versorgte Gott mich und meine Familie fünf Jahre lang auf erstaunliche Weise. Es ist ihm eben nicht schwer, durch wenig oder viel zu helfen (1. Sam. 14,6) Das ist 23 Jahre her. Seitdem genieße ich das Vorrecht, mich beruflich mit Gottes Wort zu beschäftigen, darin zu graben, Neues zu entdecken und es mit anderen zu teilen. Das macht mir sehr viel Freude. Und sollte mein Dienst Früchte bringen, ist das Gottes Verdienst. Auch dafür bin ich ihm dankbar.

Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Es ist im Moment einiges im Umbruch. Auf manches freue ich mich, anderes verunsichert mich. Aber in allem weiß ich mich getragen von meinem Herrn, der mit mir geht und der auch aus Bösem Gutes entstehen lassen kann.

So überwiegt im Rückblick die Dankbarkeit bei weitem. Und das wünsch‘ ich Ihnen auch, liebe Leserin, lieber Leser: Dass Sie Gottes Segensspuren in Ihrem Leben entdecken, dafür dankbar sind und daraus Hoffnung für die Zukunft schöpfen. Bleiben Sie dran!

Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Sie in seiner Hand.

Ihr

Roland Hölzl, Pastor

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