Passion 2012
"Es musste alles so kommen ... !"
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Liebe Leserin, lieber Leser,
manche Ereignisse kündigen sich lange vorher an, deshalb wundern wir uns nicht, wenn sie tatsächlich eintreffen.
Jesus hatte seinen Jüngern drei Mal angekündigt, dass und wie er sterben würde. Trotzdem konnten sie es nicht fassen, als es geschah; dafür war es zu absurd: Dieselben Menschen, die Jesus gefeiert und zu ihrem König ausgerufen hatten, feuerten ihn knapp eine Woche später und verurteilten ihn als Gotteslästerer. Dabei ist alles so gekommen, wie der HERR es vorausgesagt hatte.
Drei Jahre lang war Jesus durchs Land gezogen und hatte den Menschen vom Reich und von der Liebe seines Vaters im Himmel erzählt. Er hatte die einen geheilt, andere von Dämonen befreit und etliche vom Tod auferweckt. Wo er hinkam, liefen ihm die Menschen in Scharen nach, weil sie seine Nähe und Hilfe suchten. Dieser Jesus aus Nazareth war anders, als alle religiösen Führer, die sie bisher gehört hatten. Trotzdem haben sie ihn am Ende nicht auf den jüdischen Thron gehoben, sondern an ein römisches Holzkreuz genagelt.
Das war weder Zufall, noch Unfall. Die Kreuzigung hat Gottes Heilsplan nicht durchkreuzt, sondern erfüllt. Sein Rettungswerk wurde dadurch nicht verhindert, sondern vollendet. Es musste alles so kommen – und Jesus hat es die ganze Zeit gewusst:
„Der Menschensohn muss erhöht werden,
damit alle, die an ihn glauben,
das ewige Leben haben."
Joh 3,14+15
Gott hält es nicht aus, dass wir ohne seine Liebe unversöhnt, ohne sein Wort orientierungslos und ohne seine Vergebung hoffnungslos sind. Letztlich starb Jesus Christus nicht an den römischen Nägeln, die ihm schmerzhaft durch Hände und Füße getrieben wurden, sondern an unserer Verlorenheit, die seinem Vater so schmerzhaft durchs Herz fuhr.
Es scheint für Gott erträglicher zu sein, seinen geliebten Sohn qualvoll verrecken zu sehen (entschuldigen Sie den derben Ausdruck, aber anders kann man das Sterben am Kreuz nicht bezeichnen), als uns aufzugeben. So sehr liebt uns der Vater! Jesus wusste, dass ihn diese Liebe ans Kreuz bringen würde, trotzdem ist er diesen Weg gegangen. So sehr liebt uns der Sohn.
Leben und Sendung Jesu werden am Kreuz also nicht beendet, sondern vollendet. Jesus stirbt mit den Worten: „Es ist vollbracht." Nun ist der Weg zum Vater frei – wir können glauben und leben, weil Christus für uns litt und starb. In seinem Tod liegt das Geheimnis unserer Rettung. Das Kreuz gibt unserem Glauben ein Fundament und unserem Leben Halt. Denn so gewiss Jesus Christus gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden ist, so gewiss werden auch wir, die wir dem Sohn Gottes vertrauen, von den Toten auferstehen.
Deshalb ist Karfreitag kein Anlass für Betrübnis und Traurigkeit, sondern ein Tag der Betroffenheit: Jesu Tod trifft und betrifft uns, weil er für uns gestorben ist. Es ist aber auch ein Tag der Hoffnung, der Zuversicht und der Freude, denn Jesus Christus lebt – heute noch! Weil er auferstanden ist von den Toten, werden auch wir ewig leben.
Am Ostermorgen feiern wir mit allen Christen dieser Welt den Sieg Jesu am Kreuz, den er für uns und alle Menschen errungen hat. Die Dunkelheit ist bezwungen, im Licht von Ostern können wir befreit leben – und erlöst sterben.
Eine gesegnete Passionszeit und ein fröhliches Osterfest in der Gewissheit, dass unser Herr Jesus Christus lebt,
wünscht Ihnen herzlichst

Ihr

Roland Hölzl, Pastor
Mögen Sie Schnee? Ich mag Schnee! Winter ohne Schnee finde ich langweilig. Das liegt daran, dass ich im Allgäu aufgewachsen bin. Ich erinnere mich an me-terhohe Berge, die die Straßen zu schmalen Gassen werden ließen und von denen wir Kinder problemlos aufs Hausdach klettern konnten. Wir sind auf Skiern oder mit dem Rodel Hänge runtergesaust, haben Schneeball¬schlachten geschlagen, Schneemän¬ner und -höhlen bauen und sind durch tief ver¬schneite Landschaften gestapft. Allgäuer Winter sind herrlich! Häuser tragen weiße Mützen, kahle Äste biegen sich unter ihrer weißen Last, aufgeweichte Wiesen wirken wie frisch gemachte Betten – alles ist sauber und rein, unberührt und unschuldig. Und wenn die Wintersonne am blauen Himmel strahlt, funkeln die Schneekristalle wie ein Meer von Diamanten. Diese Bilder hab ich vor Augen, wenn ich Gottes Zusage in Jesaja 1,18 lese:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“