Weiß wie Schnee
Mögen Sie Schnee? Ich mag Schnee! Winter ohne Schnee finde ich langweilig. Das liegt daran, dass ich im Allgäu aufge- wachsen bin. Ich er- innere mich an me- terhohe Berge, die die Straßen zu schmalen Gassen werden ließen und von denen wir Kinder problemlos aufs Hausdach klettern konnten. Wir sind auf Skiern oder mit dem Rodel Hänge runter- gesaust, haben Schneeballschlachten geschlagen, Schneemänner und -höhlen gebaut und sind durch tief verschneite Landschaften gestapft. Allgäuer Winter sind herrlich! Häuser tragen weiße Mützen, kahle Äste biegen sich unter ihrer weißen Last, aufgeweichte Wiesen wirken wie frisch gemachte Betten – alles ist sauber und rein, unberührt und unschuldig. Und wenn die Wintersonne am blauen Himmel strahlt, funkeln die Schnee- kristalle wie ein Meer von Diamanten. Diese Bilder hab ich vor Augen, wenn ich Gottes Zusage in Jesaja 1,18 lese:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“
Gott greift das Bild vom (Allgäuer?) Winter auf: Was grau und hässlich, böse und sündig geworden ist, will Gott wieder weiß machen wie Schnee. Sauber sollen wir werden, rein und unberührt – unschuldig! Was für ein Angebot! Wer hätte nicht gern eine wirklich weiße Weste? Wer will nicht gerecht dastehen – vor sich selbst, vor seinen Mitmenschen und vor Gott? Doch wie soll das gehen, wo doch „alle Menschen gesündigt und die Herrlichkeit verloren haben, in der Gott den Menschen ursprünglich geschaffen hatte.“ wie Paulus in Römer 3,23 schreibt? Wir haben unsere Unschuld verloren und kein Mensch kann sie uns zurückgeben – kein Politiker, kein Wissenschaftler, kein Unternehmer, kein Theologe und kein Therapeut. Wir selbst können es auch nicht. Nur Gott kann es! Und Gott will es:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“
Nicht, indem er unsere Sünde mit Schnee bedeckt, das ist keine Lösung. Selbst der dickste Schneemann muss im Frühling vergehen; dann zeigt sich, was in ihm steckt: nichts. Dann ist es vorbei mit der weißen Pracht. Sie schmilzt dahin und gibt den Blick wieder frei auf das, was sie bisher sorgsam verborgen hielt: Bäume sind wieder grau und kahl, Wiesen erscheinen durchweicht und verschlammt und Drecklöcher sind wieder das, was sie immer waren: Drecklöcher. Nein, zudecken ist keine Lösung. Gott muss unsere Sünde schon verwandeln:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“
Vergebung ist ein Schöpfungsakt. Heißt es am Anfang der Bibel „Gott sprach: Es werde aus Nichts etwas!“, heißt es nun „Es werde aus Etwas Nichts!“. Nirgendwo zeigt sich Gottes Macht deutlicher, als wenn er Schuld ver- gibt und blutrote Sünde schneeweiß werden lässt. Verge- bung ist Verwand- lung, nicht nur Ober- flächenbehandlung. Es geht nicht um Kosmetik, sondern darum, den ganzen Menschen zu erneuern. Der Schuldig gewordene wird nicht nur unschuldig genannt, sondern unschuldig gemacht, durch Gottes Heil schaffende Kraft.
Haben Sie diese Kraft erfahren? Sind Sie im Reinen mit sich selbst, mit Gott, mit ihren Mitmenschen? Hat Gott ihre Sünde vergeben und sie schneeweiß gemacht?
Das ist notwendig. Nicht nur einmal, sondern immer wieder – täglich,
weil wir nicht nur einmal sündigen, sondern immer wieder – täglich.
Und deshalb gilt Gottes Angebot nicht nur einmal,
sondern immer wieder – täglich:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“
Gott will Ihnen vergeben, alles! Keine Schuld ist ihm zu klein oder zu groß, zu schwer oder zu unbedeutend. Lassen Sie sich von Gott reinigen, nicht nur einmal, sondern immer wieder – täglich. Dann werden Sie erleben, wie Gott Ihnen die Last der Sünde nimmt und sie befreit zu einem neuen Leben mit neuer Hoffnung. Gottes Angebot gilt – auch für Sie!

Es grüßt Sie herzlich
Ihr

Roland Hölzl, Pastor
Mögen Sie Schnee? Ich mag Schnee! Winter ohne Schnee finde ich langweilig. Das liegt daran, dass ich im Allgäu aufgewachsen bin. Ich erinnere mich an me-terhohe Berge, die die Straßen zu schmalen Gassen werden ließen und von denen wir Kinder problemlos aufs Hausdach klettern konnten. Wir sind auf Skiern oder mit dem Rodel Hänge runtergesaust, haben Schneeball¬schlachten geschlagen, Schneemän¬ner und -höhlen bauen und sind durch tief ver¬schneite Landschaften gestapft. Allgäuer Winter sind herrlich! Häuser tragen weiße Mützen, kahle Äste biegen sich unter ihrer weißen Last, aufgeweichte Wiesen wirken wie frisch gemachte Betten – alles ist sauber und rein, unberührt und unschuldig. Und wenn die Wintersonne am blauen Himmel strahlt, funkeln die Schneekristalle wie ein Meer von Diamanten. Diese Bilder hab ich vor Augen, wenn ich Gottes Zusage in Jesaja 1,18 lese:
„Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden.“